Kiental – Griesalp, Tschingelsee und Europas steilste Postautostrecke
Das Kiental ist die extremste Ecke des Kandertals: Europas steilste Postautostrecke zur Griesalp, kein Mobilfunk, und der letzte Bus fährt um 17:20 Uhr.
- Flag
-
- ISO code
- CH
- Population
- 400
- Currency
- CHF
- Timezone
- Europe/Zurich
Kiental, Griesalp, Tschingelsee Und Europas Steilste Postautostrecke
Sie stehen im Kandertal, die Postauto-Haltestelle hinter Ihnen, und Sie fragen sich, ob das schmale Strässchen da vorne wirklich die einzige Zufahrt ins Kiental ist. Ja, das ist sie. Und das ist der Punkt. Das Kiental ist nicht der Ort, an dem Sie entscheiden, noch schnell einen Kaffee zu trinken und dann weiterzufahren. Es ist der Ort, an dem Sie um 16:45 Uhr auf die Uhr schauen und wissen: Der letzte Bus ab Griesalp fährt um 17:20 Uhr. Verpassen Sie ihn, und Sie steigen 1.200 Höhenmeter zu Fuss ab. Kein Taxi, kein Notbus, kein Netz. Das Kiental ist das wilde, enge Seitental, das selbst innerhalb des Kandertals noch einmal eine Steigerung an Abgeschiedenheit darstellt. Und genau deshalb kommen konditionsstarke Wanderer und Ruhesuchende hierher.
Das Kandertal ist bereits ein steiles, enges Hochtal mit brachialer Bergkulisse. Kein liebliches Alpenpanorama, sondern senkrechte Wände, Schotterhänge und eine Stille, die nach dem Oeschinensee-Trubel fast unheimlich wirkt. Das Kiental toppt das. Es ist ruhiger als vergleichbare Landschaften im Berner Oberland, weil es keine Gondelbahn auf den Grat gibt, keinen Supermarkt und kaum ein Auto. Die 400 Einwohner leben verstreut über die Talflanke, die Zufahrtsstrasse vom Kandertal ist die einzige Verbindung zur Aussenwelt. Der Talabschluss heisst Griesalp, eine hochalpine Siedlung auf 1.650 Metern, die als Endstation der Postautolinie und als Ausgangspunkt der Via Alpina dient.
Die steilste Postautostrecke Europas
Wer ins Kiental fährt, sucht nicht das Postkartenmotiv. Wer es trotzdem tut, findet zwei Wasserfälle, einen See, der sein Aussehen ständig verändert, und eine Buslinie, die als technisches Denkmal gilt. Die Strasse zur Griesalp hat eine maximale Steigung von 28 Prozent. Das ist die steilste Postautolinie Europas. Der Bus ist ein Kleinbus, und in der Hochsaison brauchen Sie eine Reservation. Ein eigener Pkw wird ab Auffahrt nicht empfohlen. Die Strasse ist ganzjährig offen, im Winter mit Winterausrüstung befahrbar, aber die Kehren sind so eng, dass Begegnungen mit dem Postauto zum Rückwärtsfahren zwingen. Lassen Sie das Auto im Kandertal stehen. Sie sind hier, um zu gehen.
Ankunft Und Mobilfunk: Zwei Dinge, Die Sie Vor Der Abfahrt Klären Müssen
Sie erreichen das Kiental über den Bahnhof im Kandertal. Ab dort fährt die BLS-Regionalbahn in 25 Minuten nach Spiez, aber Sie müssen im Kandertal aussteigen, nicht in Kandersteg. Das Postauto ab der dortigen Haltestelle fährt stündlich ins Kiental und endet auf der Griesalp. Der Fahrplan ändert sich im Winter, die Strassenverhältnisse sind dann der massgebende Faktor. Prüfen Sie die aktuellen Fahrplandaten auf der Seite der BLS, bevor Sie losfahren. Nicht am Vorabend, sondern am Morgen der Abfahrt.
Kein Netz, kein Kartenleser
Im hinteren Kiental und auf der Griesalp gibt es flächendeckend keinen Mobilfunkempfang. Weder Swisscom noch Sunrise erreichen die Talflanke. Ihr Mobiltelefon wird zum teuren Stein. Sie brauchen Offline-Karten. Laden Sie vorab die Karte des Gebiets auf Ihr Gerät, am besten über die App von Swisstopo oder eine andere Offline-Karten-App. Die SwissPass-App funktioniert offline für Fahrplandaten, aber nicht für Ticketkäufe. Kaufen Sie Ihr Ticket vor der Abfahrt am Automaten im Kandertal oder online, solange Sie Netz haben. Bargeld ist Pflicht: Die Alpwirtschaften auf der Griesalp akzeptieren keine Karten. Der nächste Bankomat ist in Kandersteg oder Frutigen.
Die Postautofahrt: 28 Prozent Steigung, 17:20 Uhr Sperrfrist
Sie sitzen im Postauto, ein Kleinbus mit maximal 15 Plätzen. Die Strasse beginnt als schmaler Asphalt, wird dann zur einspurigen Kehrenstrecke. Der Fahrer schaltet in den ersten Gang, der Motor arbeitet gegen die 28 Prozent. Sie spüren den Anstieg im Sitz. Die Kehren sind so eng, dass der Bus an manchen Stellen dreimal zurücksetzen muss, wenn ein Wanderer auf der Strasse steht. Das ist kein touristischer Nervenkitzel, das ist Alltag auf der steilsten Postautolinie Europas.
Sie müssen den Rückweg einplanen. Der letzte Bus ab Griesalp fährt um 17:20 Uhr. Wer ihn verpasst, steht vor der Wahl: 1.200 Höhenmeter zu Fuss absteigen oder auf der Griesalp übernachten. Es gibt ein Berggasthaus oberhalb der Griesalp, das Gornerli, und die Blüemlisalphütte, aber beides ist weit und nicht für Spontanbesuche. Reservieren Sie das Postauto in der Hochsaison. Ohne Reservation stehen Sie an der Haltestelle, der Bus ist voll, und Sie warten eine Stunde auf den nächsten. Der dann um 17:20 Uhr der letzte ist.
Ziele Im Hinteren Kiental: Geltenschuss Und Tschingelsee
Das Kiental hält zwei Ziele bereit, die den Aufwand lohnen. Der Geltenschuss ist ein Wasserfall mit einer freien Fallhöhe von 200 Metern als Kaskade. Der Weg dorthin ist nicht markiert, nicht gepflegt und nicht einfach. Sie brauchen Trittsicherheit und die Offline-Karte, weil der Pfad im Geröll verschwindet. Stehen Sie unter der Kaskade, hören Sie nur das Wasser. Kein Handy, kein Bus, keine Menschen.
Der Tschingelsee ist ein Schwemmsee, der sein Aussehen laufend verändert. Je nach Schmelzwasserstand ist er grün, blau oder milchig-trüb. Eine Bank steht am Ufer, kein Kiosk, keine Liege. Sie setzen sich hin. Mehr passiert nicht. Wer den Oeschinensee kennt, weiss, dass der Tschingelsee das Gegenteil ist: leer, still, und genau deshalb erholsam.
Die Griesalp als Startpunkt für Hochtouren
Die Griesalp ist nicht nur Endstation, sondern auch Ausgangspunkt für die Via Alpina. Der Übergang über die Sefinenfurgge führt nach Lauterbrunnen, eine hochalpine Route mit Gletscherblick und Steinbock-Sichtungen. Das ist kein Tagesausflug. Sie brauchen eine Hüttenreservation, Ausrüstung und Erfahrung. Wer nur den Tschingelsee sehen will, bleibt im Tal und kehrt um. Wer die Stille sucht, geht weiter.
What to See in Kiental
Common Questions
Muss ich das Postauto ins Kiental reservieren?
Ja, in der Hochsaison Juli bis August ist eine Reservation Pflicht. Der Kleinbus hat maximal 15 Plätze. Ohne Reservation stehen Sie an der Haltestelle und der Bus ist voll. Buchen Sie online auf der Postauto-Seite oder telefonisch, spätestens einen Tag vor der Fahrt.
Kann ich mit dem eigenen Auto auf die Griesalp fahren?
Es wird ab Auffahrt abgeraten. Die Strasse hat 28 Prozent Steigung und extrem enge Kehren. Begegnungen mit dem Postauto zwingen zum Rückwärtsfahren. Lassen Sie das Auto im Kandertal und nehmen Sie den Bus. Die Strasse ist ganzjährig offen, aber kein Spass.
Wie lange brauche ich für den Aufstieg vom Tschingelsee zurück ins Kandertal?
Etwa zwei bis drei Stunden, je nach Tempo. Der Abstieg von der Griesalp ins Kandertal beträgt 1.200 Höhenmeter. Der Weg ist steil und schmal. Rechnen Sie mit der Zeit, der letzte Bus fährt um 17:20 Uhr. Planen Sie den Abstieg so, dass Sie spätestens um 17:00 Uhr an der Haltestelle sind.
Gibt es im Kiental einen Laden oder Bankomat?
Nein. Kein Laden, kein Bankomat, kein Kiosk. Der nächste Bankomat ist in Kandersteg oder Frutigen. Viele Alpwirtschaften akzeptieren nur Bargeld. Heben Sie Geld vor der Abfahrt ab. Der Dorfladen im Kandertal hat sonntags geschlossen, der Bahnhofkiosk in Kandersteg ist die einzige Alternative.
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