Kandergrund – Blausee, die Lötschberg-Rampe und eine senkrechte Felswand
Kandergrund ist mehr als der Blausee: Die Gemeinde liegt an der Lötschberg-Rampe, das Südportal ist ein technisches Denkmal, und die Felswand dominiert das Tal.
- Flag
-
- ISO code
- CH
- Population
- 800
- Currency
- CHF
- Timezone
- Europe/Zurich
Kandergrund , Mehr Als Nur Der Blausee
Die meisten Reisenden kennen Kandergrund nur als den Ort, an dem der Blausee liegt. Sie fahren mit dem Bus direkt bis zum See, zahlen Eintritt, essen eine Forelle und fahren wieder. Das ist schade. Kandergrund ist eine Streusiedlung aus Weilern ohne Dorfzentrum, die an einer der spektakulärsten Eisenbahnstrecken der Schweiz liegt: der Nordrampe der alten Lötschberg-Bergstrecke. Die Gemeinde verteilt über 800 Einwohner auf Ausserrüteni, Innerrüteni, Bunderbach, Mitholz, Riedli und den Blausee. Was dieses Tal ausmacht, sind die technischen Denkmäler der Eisenbahngeschichte, eine senkrechte Felswand und Wanderwege, die konditionell fordernder sind als ihre Kilometerangaben vermuten lassen.
Die Lötschberg-Nordrampe: Ein Eisenbahn-Denkmal Im Kandertal
Die BLS-Linie zwischen Frutigen und Kandersteg ist keine gewöhnliche Bahnstrecke. Auf 13,5 Kilometern überwindet sie 422 Höhenmeter mit einer maximalen Steigung von 27 Promille. Die Züge arbeiten sich in engen Kehrschleifen den Hang hinauf. Die Doppelschleife oberhalb von Kandergrund ist der beste Fotospot: Hier sehen Sie die gesamte Zuglänge vor der Bergkulisse. Steigen Sie am Bahnhof Kandersteg aus. Von dort fährt das PostAuto der Linie 230 in etwa zehn Minuten bis zur Haltestelle Bunderbach.
Der Bahnhof Kandersteg und das Südportal
Der Bahnhof Kandersteg selbst ist ein technisches Denkmal der Lötschberglinie. Von hier erreichen Sie auch das Südportal des Lötschbergtunnels, das den Übergang ins Wallis markiert. Das Südportal ist ein imposantes Bauwerk der Eisenbahngeschichte. Sie erreichen es zu Fuss vom Bahnhof in etwa 20 Minuten. Das Portal markiert den Beginn der Bergstrecke und ist ein Zeugnis der frühen Schweizer Tunnelbaukunst.
Die Felsenburg
In der Nähe liegt die Felsenburg aus dem 12. Jahrhundert. Die Burg ist in Privatbesitz und nicht regelmässig geöffnet. Die Ruine der Unteren Felsenburg aus demselben Jahrhundert ist frei zugänglich und bietet einen weiten Blick ins Tal. Beide Burgen sind Zeugen der mittelalterlichen Kontrolle über den Lötschbergpass.
Der Blausee: Ehrlich Beschrieben
Der Blausee ist ein kleiner, tiefblauer Karstsee mit einer Fläche von 0,64 Hektar und einer maximalen Tiefe von 12 Metern (die genauen Werte veröffentlicht die Blausee AG auf ihrer Seite). Das Wasser färbt sich durch Kalkpartikel und Lichtbrechung tiefblau. Gespeist wird der See von unterirdischen Quellen. Der Eintritt liegt im Bereich von etwa 12 CHF für Erwachsene (die aktuellen Tarife legt die Blausee AG fest). Kinder von 6 bis 15 Jahren zahlen einen reduzierten Preis. Planen Sie für den Besuch eine Stunde ein. Der See gehört der Blausee AG, die ihn als privaten Naturpark betreibt. Das Gelände umfasst eine Forellenzucht, ein Restaurant, ein Hotel, einen Spielplatz und einen Bootsverleih. Der Charakter ist romantisch-kommerziell. Das ist kein Geheimtipp. Es ist ein gut organisierter Ausflugsort mit Eintrittspreis. Die Blausee-Forelle aus eigener Zucht wird im Seerestaurant ganzjährig serviert. Kommen Sie an einem Wochentag vor 10 Uhr oder nach 16 Uhr, wenn Sie den See ohne Menschenmassen erleben wollen.
Der Kandergrund-Wasserfall
Vom Blausee führt ein Wanderweg in einer halben Stunde zum Kandergrund-Wasserfall, auch Bunderbachfall genannt. Der Wasserfall stürzt rund 80 Meter in die Tiefe. Der genaue Wert steht auf der Informationstafel am Weg. Sie erreichen den Fall von der Haltestelle Bunderbach aus in einer Viertelstunde. Der Weg ist schmal und abschnittsweise steil. Rechnen Sie mit festem Schuhwerk und guter Kondition. Der Wasserfall ist ein lohnendes Ziel nach dem Besuch des Blausees und zeigt die brachiale Landschaft des Kandertals.
Wandern Und Verkehr: Was Sie Wissen Müssen
Das Kandertal ist ein steiles, enges Hochtal. Viele Wege sind schmal, ausgesetzt und konditionell fordernder als die Kilometerangaben vermuten lassen. Wer nur den Oeschinensee sucht, unterschätzt die Wartezeiten an der Gondel und die Enge auf dem kurzen Uferweg. Planen Sie für die Region drei Nächte: einen Tag für den Oeschinensee, einen für das Gasterntal oder die Gemmi, einen für das Kiental oder die Griesalp. Alles darunter wird zur reinen Durchfahrt. Die Anreise ab Bern dauert etwa 60 Minuten via Spiez. Von Spiez nach Kandersteg fährt stündlich die BLS-Regionalbahn in 30 Minuten. Ab dem Flughafen Zürich reisen Sie in 2 Stunden 20 Minuten via Bern und Spiez (Kosten etwa 80 CHF). Ab Basel in 2 Stunden 10 Minuten (70 CHF), ab Genf in 3 Stunden (90 CHF). Im Talboden haben Sie stabiles 4G und 5G von Swisscom und Sunrise. Im Gasterntal, im hinteren Kiental und auf der Griesalp haben Sie keinen Empfang. Laden Sie vorab Offline-Karten auf Ihr Gerät.
Gasterntal und Postauto: Kein Platz für Spontanbesuche
Das Postauto ins Gasterntal ist ein Kleinbus mit maximal 15 Plätzen. Ohne Reservation fährt er nicht, wenn er voll ist. Buchen Sie Ihre Plätze online oder kommen Sie früh. Für die Einfahrt ins Gasterntal mit dem Privatauto brauchen Sie eine Tagesbewilligung für 15 CHF. Nur 80 Stück pro Tag sind verfügbar, buchbar online. Ohne Bewilligung ist die Einfahrt verboten und wird kontrolliert. Das Postauto ins Kiental endet in Griesalp. Der letzte Bus ab Griesalp fährt um 17:20 Uhr. Wer ihn verpasst, muss über 1'000 Höhenmeter zu Fuss absteigen. Viele Alpwirtschaften und kleine Seilbahnen wie die Allmenalp und Sunnbüel akzeptieren keine Karten. Der nächste Bankomat ist in Kandersteg oder Frutigen. Sonntags haben der Volg und die Bäckerei in Kandersteg geschlossen. Einzige Einkaufsmöglichkeit ist der Bahnhofkiosk.
Weniger bekannte Ziele
Die senkrechte Felswand der Allmenalp prägt das Landschaftsbild. Die kleinste Seilbahn führt hinauf zu vier Klettersteigen. Der Sunnbüel-Blumenweg ist ein kurzer, kinderfreundlicher Lehrpfad mit 150 Alpenpflanzenarten. Die Spittelmatte auf der Gemmi ist eine Moorlandschaft mit seltener Flora. Der Arvenwald bei Kandersteg ist einer der grössten Arvenbestände der Schweiz. Die verlassene Alpsiedlung Inneri Uschene bietet Stille und Steinbock-Sichtungen. Diese Ziele erreichen Sie nur zu Fuss oder mit engen Seilbahnen. Kandergrund ist nichts für Shopping-Touristen, Après-Ski-Fans oder Reisende mit striktem Halbtages-Takt. Rollstuhlfahrer und Personen mit stark eingeschränkter Mobilität erreichen die meisten Highlights nicht. Instagram-Selfie-Jäger, die den Hotspot in 20 Minuten abhaken wollen, werden enttäuscht. Wer Kondition mitbringt, Ruhe abseits des Jungfrau-Trubels sucht oder sich für Geologie und Eisenbahngeschichte interessiert, findet hier ein unverfälschtes Bergtal.
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Common Questions
Lohnt sich der Blausee trotz Eintrittspreis?
Ja, wenn Sie eine Stunde Zeit haben und die Farbe des Sees sehen wollen. Nein, wenn Sie einen freien Bergsee erwarten. Der Blausee ist ein privater Naturpark mit Forellenzucht und Restaurant. Der Eintritt liegt im Bereich von etwa 12 CHF für Erwachsene.
Wie komme ich von Kandersteg nach Kandergrund?
Mit dem PostAuto der Linie 230 Richtung Frutigen. Die Fahrt von Kandersteg zur Haltestelle Blausee dauert etwa zehn Minuten. Die Haltestellen in Kandergrund sind Blausee, Bunderbach, Ausserrüteni und Innerrüteni.
Kann ich Oeschinensee, Blausee und Gasterntal an einem Tag besuchen?
Nein. Die Distanzen sind kurz in Kilometern, aber die Höhenunterschiede und Wartezeiten an den Seilbahnen summieren sich auf über zehn Stunden. Das scheitert fast immer. Planen Sie mindestens drei Tage für das Tal ein.
Wo kann ich im Kandertal bargeldlos bezahlen?
Nur in Kandersteg und Reichenbach. Viele Alpwirtschaften, die Allmenalp-Seilbahn und die Sunnbüel-Seilbahn akzeptieren keine Karten. Heben Sie genug Bargeld am Bankomaten in Kandersteg oder Frutigen ab.
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